Deutschlandpremiere: Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom mit Laserfasern behandelt

Fri, 11 May 2018 11:16:53 +0200

Klinik für Urologie operiert Prostatatumor mit neuem „Tookad“-Verfahren / Minimalinvasive Operation erstmals in Deutschland außerhalb klinischer Studien eingesetzt

Bisher hatten Patienten mit einem Prostatakarzinom geringen Risikos in Deutschland lediglich drei Therapieoptionen: Eine Bestrahlung des Tumors, eine Entfernung der Prostata oder aber eine aktive Überwachung ohne therapeutische Eingriffe. Seit Donnerstag den 3. Mai 2018 ist eine vierte, minimalinvasive Möglichkeit hinzugekommen: Ein Operationsteam um Prof. Manfred Wirth, Direktor der Klinik für Urologie am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden, wendete erstmals in Deutschland das sogenannte „Tookad“-Verfahren außerhalb von klinischen Studien an. Diese fokale Therapie, bei der lediglich die vom Krebs betroffene Seite der Prostata therapiert wird, nutzt den fotosensitiven Wirkstoff Padeliporfin („Tookad“). Im Rahmen einer Operation werden Laserfasern in die Seite der Prostata eingebracht, die vom Tumor befallen ist. Der Laser regt das „Tookad“-Medikament an, wodurch es zur Gefäßzerstörung sowie einer verminderten Blutzufuhr kommt, was das betroffene Gewebe absterben lässt. Mit diesem Verfahren steht Patienten des Uniklinikums Dresden künftig eine minimalinvasive Therapie zur Verfügung, die deutlich geringere Nebenwirkungen aufweist als herkömmliche Therapieansätze.

„Das ‚Tookad‘-Verfahren ist ein Meilenstein der Urologie: Erstmals können Patienten in Deutschland mit einem Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom auch risikoarm behandelt werden“, betont Prof. Manfred Wirth die Bedeutung der neuen Operationstechnik. „Gravierende Eingriffe wie die Bestrahlung des Tumors oder eine radikale Prostatektomie, also die Entfernung der Prostata, sind für Prostatakarzinome mit geringem Risiko nur im Ausnahmefall zu empfehlen, da sie erhebliche Nebenwirkungen wie Inkontinenz oder Impotenz hervorrufen können. Das bisherige Standardverfahren der aktiven Überwachung des Tumors durch regelmäßige ärztliche Kontrollen ohne therapeutischen Eingriff stellt für viele Patienten jedoch eine fortwährende psychische Belastung dar“, erklärt der erfahrene Tumorexperte.

Näheres dazu finden Sie unter: Pressemitteilung Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden


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